Geschichte

350 Jahre Mauthäusl

Schon 15 vor Christus zogen mit Salz beladene Handelskarawanen über den Jochberg. Man vermutet, dass der erste Mautner des Reichenhaller Tales der römische Freigelassene Fortunatus war, der in der Zeit zwischen 180 und 250 n. Chr. gelebt hat.  In Fager, dem heutigen Karlstein, einer römischen Straßenstation, wurde eine Inschrift gefunden, die dies belegt.

Die „güldene Salzstraße“, die ebenfalls über den Jochberg führte, wurde 1346 von Kaiser Ludwig dem Bayern gebaut. Es handelte sich um die erste befestigte Straße. Der ausschlaggebende Vorteil war, dass die „güldene Salzstraße“ jetzt auch, neben den Saumpferden, von Karren- und Blahenfuhrwerken benutzt werden konnte. Während ein Saumpferd nur zwei so genannte Salzscheiben von je 150 Pfund tragen konnte, transportierten die zweirädrigen Karren problemlos sechs und die Blahenwagen sogar bis zu zwölf Salzscheiben.

Jahrhunderte lang florierte der Handel auf diese Art und Weise über die „güldene Salzstraße“, bis sich dann der bayerische Kurfürst 1597 dazu entschloss, einen „bequemeren“ Weg zu bauen. Dieser führte von der Alten Tiroler Reichstraße über den Cleber zum Neuweg nach Weißbach.

Innerhalb von nur zwei Jahren entstand die neue Straße. Mit Hammer und Meißel arbeitete man sich an den Hängen des Clebers entlang. Die Fuhrleute mussten zukünftig den „neuen“ Weg nehmen. Im Zuge dieser Erneuerung fiel für jedes Pferd eine Maut von zwei Kronen an. So entstand das Mauthäusl. Mit dem Mauthäusl wurde somit bereits um 1650 gleichzeitig eine Gast- und Tafernwirtschaft für Salzfahrer und Holzfuhrleute ins Leben gerufen.